Am Mittwoch, den 3.12.2025 um 14.30 Uhr wird Frau Margarete Wissmann uns zu einer Besichtigung durch die Zuckerfabrik in Lage führen.
Sie war leitende Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Lage und ist nun u.a. eine der Stadtführerinnen in der Stadt.
Das Traditionsunternehmen Pfeifer & Langen wurde 1870 gegründet. Das Werk in Lage, das 1883 gegründet wurde, erzeugt Raffinade und Weißzucker.
Bei der Besichtigung sehen wir die Zuckerfabrik "unter Dampf". Wir erfahren sehr viel "rund um den Zucker", vor allem lernen wir die Produktion von "Kölner Zucker" aus der heimischen Zuckerrübe kennen. Von der Rübe....
...über das Transportband......durch die Produktion......bis in die riesigen Lager.
Die Besichtigung dauert etwa 2,5 - 3 Stunden, ist mit Treppensteigen, Lärm, Geruch, Hitze und Kälte verbunden und setzt voraus, dass man körperlich in der Lage ist, solche Unbilden auf sich zu nehmen.
Das Fotografieren ist auf dem Werksgelände nicht gestattet.
Aus Sicherheitsgründen wird jede Besucherin und jeder Besucher mit einem Schutzhelm und einer Warnweste ausgestattet.
Der Witterung angepasste Kleidung und festes Schuhwerk sind erforderlich.
Wir treffen uns 5 Minuten vorher auf dem Besucherparkplatz der Zuckerfabrik an der Friedrich-Wienke-Strasse in Lage (Zufahrt nur über Heidensche Strasse siehe auch Foto unten).
Navi: Lage, Friedrich-Wienke-Str.
Die Werksbesichtigung beginnt mit Erklärungen und Informationen bei einer Tasse Kaffee oder Tee mit Plätzchen. Auch wegen der relativ späten Zeit ist daher ein gemeinsames Kaffeetrinken nicht geplant.
Hier ein Bericht über die Werksbesichtigung:
Von Frau Wissmann erfuhren wir zunächst in lockerer Darstellung mit Film und Foto unterstützt Wissenswertes zur Firmengeschichte speziell in Lage und den anderen Niederlassungen von Pfeifer & Langen. Sie sprach über die Hintergründe des Zuckermarktes und die unterschiedlichen Abnehmer. Fragen zu Mitarbeiterzahlen und Ausbildung wurden ebenso beantwortet wie solche zu den technischen Abläufen. Mit mehr als 100 Stammbeschäftigen und circa 40 Saisonkräften zählt das Werk von Pfeifer & Langen zu den großen Arbeitgebern in Lage.
Es wird laufend investiert, immer im Blick auf Effizienz und Nachhaltigkeit. Als ein derzeitiges Highlight bezeichnet Pfeifer & Langen die Fertigstellung eines neuen Silos in 2024 für kristallinen Zucker. „Mit einer Gesamthöhe von 52 Metern, einem Durchmesser von 42 Metern und einem Fassungsvermögen von 45.000 Tonnen ist es das größte Silo am Standort.
Mit dem Neubau erhöht sich die Lagerkapazität auf etwa 115.000 Tonnen kristallinen Weißzucker. Diese Erweiterung wird die Kapazität des Werks erheblich steigern und Raum für weiteren Wachstum schaffen. Die Investition von rund 15 Millionen Euro trägt zur Umsetzung der Nachhaltigkeits- und Effizienzstrategie des Unternehmens bei und stellt die Lieferflexibilität sicher.
Die Lagerkapazitäten reichen aber nicht für die Zuckerproduktion einer von Anfang September bis Ende Januar laufenden Kampagne. Aber während dieser Zeit wird ja auch Zucker verkauft.
Als aktuelle Herausforderung sieht das Unternehmen die Energietransformation der Industrie. Die Zuckerfabrik Lage hat bereits begonnen, umfangreiche Investitionen in den Umbau ihrer Anlagen zu tätigen, um bis spätestens im Jahr 2040 Zucker CO2-neutral produzieren zu können.
Lange Schlangen von Rübenfahrzeugen in Lage und drumherum gehören der Vergangenheit an. Etwa 400 LKW´s pro Tag bringen die Rüben heute effektiv nach Lage. Eine Bahnanbindung gibt es allerdings nicht mehr, obwohl diese zur Gründung an eben dieser Stelle beigetragen hat. Damals waren ansonsten Pferdekutschen, später Traktoren unterwegs.
Fremdwasser (aus der Werre) wird nur benötigt, um den Produktionsprozess zu starten. Danach liefern die Rüben selbst das Wasser, was dem Produktionsprozess immer wieder zugeführt wird. Soweit überschüssig, läuft es in die betriebseigene Kläaranlage, was zu einer deutlichen Verringerung der Geruchsbelastung führt. Sie arbeitet wie eine Biogasanlage und liefert wertvolles Methangas z.B. für die Schnitzeltrocknung.
Die eigentliche "Zuckerfabrik" steht auf den Feldern:
In den Werken wird halt nur der Zuckergehalt aus den Rüben extrahiert.
Bei der Zuckerherstellung entstehen aus einer Tonne Rüben 180 bis 190 kg Zucker, viel Wasser, 55 kg Schnitzel, 20 kg Melasseund ca. 15 kg Rübenkleinteile.
Pro Tag können ca. 7500 Tonnen Rüben verarbeitet werden. Von Lage wir der Zucker hauptsächlich in 16-Tonnen Silowagen zu den Kunden in der Lebensmittelindustrie gebracht. Verpackung in Haushaltsgröße findet in Lage nicht meht statt. Dies übernehmen andere Werke von Pfeiffer und Langen.
Ausgestattet mit Warnwesten, Sicherheitshelmen und Ohrhörern ging es dann in die Werksanlagen.
Hier noch ein Gebäudeteil aus den Anfangsjahren. Deutlich sind die "hässlichen" Erweiterungen der Folgezeit zu sehen.





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